Dienstag, 23. Dezember 2014

meine ersten Tage mit der Diagnose

Beim Duschen tastete ich vor ein paar Wochen einen Knoten in meiner linken Brust. „Na ja“ – dachte ich mir, mal abwarten, ob er wieder weg geht. War ja schon mal so. Doch nach ein paar Tagen war er nicht weg. Nun wurde ich doch ein wenig unruhig. Da ich ja so wie so einen Termin bei meiner Gyn hatte, wartet ich bis dahin.

Am 10.11.2014 saß ich dann vor ihr und berichtete über meinen Knoten in der Brust. Nach eingehender Untersuchung kam sie dann zu dem Entschluss, mich zur Mammographie zu schicken. Es bestand der Verdacht auf ein Fibroadenom. Fibroadenome sind gutartige Tumore.

Die Mammographie fand dann auch schon am 24.11.2014 statt. Es ist nicht wirklich angenehm, wenn einem die Brust in diesem komischen Gerät zerdrückt wird. Nein.

Nach der dortigen Untersuchung war auch die Radiologin der Meinung, dass es evtl. ein Fibroadenom sei und riet zur Sicherheit zu einer Stanzbiopsie.

Okay - dachte ich mir. Man hatte zwar noch keine 100%ige Gewissheit, doch ich war guter Dinge. Ja - ein Fibroadenom. Das operiert man dann raus und gut ist.

Die Stanzbiopsie ließ ich dann am 05.12.20214 im Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart machen. Mein Mann war auch an meiner Seite. Der Eingriff war nicht angenehm, tat aber nicht weh. Auch die Ärzte dort waren der Meinung, dass es evtl. ein Fibroadenom sein könnte

Am 10.12.2014 rief mich dann der Arzt vom Robert Bosch Krankenhaus an und meinte, „dass es sich leider NICHT um ein Fibroadenom handeln würde, sondern um bösartige Zellen. Ich solle zu einem weiteren Gespräch in die Klinik kommen“.

Peng - dies saß. Was das bedeutet? Brustkrebs. OP. Meine Gedanken überschlugen sich.

Am 15.12 2014 hatten wir dann ein Beratungsgespräch im Robert Bosch Krankenhaus. Dort wurde dann die weitere Vorgehensweise besprochen. Mein Mann begleitete mich auch hier.

Bei dem Gespräch wurde mir noch mal gesagt, dass es sich um eine Mamma-Ca handele und man dieses operieren müsse. Der Knoten und der Wächterlymphknoten würde dann großzügig entfernt werden. Danach bekäme ich dann noch eine Bestrahlung. Ob eine Chemo notwendig sein wird, könne man erst sagen, wenn die Histologie des Tumors vorläge.

Am 08.01.2015 wird die OP durchgeführt - danach wird man weiter sehen. Die Angst bleibt.

So viele Fragen prasseln plötzlich auf mich ein. Ich habe Angst und mache mir Gedanken - ja - die mache ich mir. Ständig, den ganzen Tag. Manchmal vergesse ich aber auch, mir Gedanken zu machen. Das ist auch gut so.

Jetzt will ich mal aufschreiben, was ich so denke *überleg*. Tut nämlich gut. So wie damals, als ich meine Diagnose MS bekam. Da schrieb ich auch alles in einem Blog nieder. Dies ist meine Art, mit allem fertig zu werden. Sich einfach alles von der Seele zu schreiben. Mir half es damals und wird mir auch jetzt wieder helfen. Und vielleicht kann ich dann ja auch anderen Betroffenen wieder Mut machen.

Es sind nur ein paar Kleinigkeiten, die mir so im Hirn rumschwirren. Ich fange mal an - ja?
Wem das Lesen bis jetzt zu langweilig wurde, soll einfach den "Aus-Knopf" drücken - ja?

Meine Gedanken .....

* was für ein Krebs ist das?
* habe ich ihn schon lange?
* reicht 1 OP oder muss nachoperiert werden? 
* hat er gestreut?
* sind Lymphknoten auch befallen?
* wie geht es nach der OP weiter?
* muss ich eine Chemo machen oder reicht die Bestrahlung?
* fallen mir die Haare aus?
* muss ich eine AHB machen - also eine Anschlußheilbehandlung?
* wie gehe ich überhaupt damit um?
* wie geht mein Mann, meine Familie damit um?
* komme ich klar damit?
* kommen sie klar damit?

Das ich an Brustkrebs erkrankt bin reißt mich mehr, als damals 2004 die Diagnose "Sie haben MS".
Manchmal denke ich "Conny, dass schaffst du" - manchmal. Dann denke ich an meinen Papa. Er war lange Jahre stark und hat sich seinem Krebs gestellt. Meine Tante Ruth aus USA sagte zu mir: „wir sind Weibel’s – wir sind stark!“

Ja -  ich muss positiv denken – auch wenn es mir oft schwer fällt. Tschaka!

Ich werde euch hier auf jeden Fall immer auf dem Laufenden halten - okay? Wer es nicht lesen will - oben rechts ist der "Aus-Knopf".

Kommentare:

  1. Liebe Conny, habe es durch Zufall erfahren und mir läuft es eiskalt über den Rücken. Recht die Diagnose MS nicht?... ein Karusell beginnt sich zu drehen... ich finde es großartig, mutig und es wird garantiert andere Frauen helfen. Ich habe diese Erfahrung schon so oft machen dürfen. Man kommt dadurch auch viel Kraft und vieles zurück.
    Auf jeden Fall schreibe weiter (Aus-Knopf gibt es ja ;-) Ich wünsche dir ganz viel Kraft, Mut und liebe Menschen um dich. Gottes Segen und alles Liebe.
    Melde dich gerne wenn ich etwas für dich tun kann und vielleicht darf ich deinen Blog auf meinem vorstellen. Denn du bist eine tolle Frau!
    Caro

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    1. Liebe Caro, klar darfst du meinen Blog bei dir vorstellen.

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